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Am 29. Januar veröffentlichte der Fachschaftsrat Jura der Universität Leipzig eine Auswahl der Tweets von Thomas Rauscher (Professor für Internationales Privatrecht der Universität Leipzig, sowie Auslandsbeauftragter seines Instituts), und stellte die Frage, ob diese „rechte Brandstiftung“ seien.

Rauscher nahm zunächst keine Stellung zu den Vorwürfen.
Dass er darüber hinaus auch kein Interesse hat, seine Aussagen öffentlich zu diskutieren, sondern lieber sofort versucht, die Kritik auf strafrechtlichem Weg zu unterdrücken, zeigt seine Anfrage bei blogsport.com, wo er verlangte, die Daten der Betreiber*innen dieses Blogs ausgehändigt zu bekommen.

Die studentische Initiative Legida? Läuft nicht! schloss sich der enstandenen Debatte an und veröffentlichte ein Statement zu den Aussagen Rauschers und betonte, dass solch menschenfeindliche Aussagen an der Universität Leipzig nicht toleriert werden sollten und forderte „ein klares Statement der Universität und damit verbundene personelle Konsequenzen“.

Thomas Rauscher, geboren 1955 in Erlangen, lehrt seit 1993 an der Universität Leipzig. Er hält eine Professur für Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung sowie Bürgerliches Recht inne. Im Landkreis Rosenheim trat er als FDP Mitglied für verschiedene Wahlen an, trat 2008 aus der FDP aus und führt sein Kreistagsmandat nun fraktionslos weiter.

Hier eine Auswahl der Tweets von Prof. Rauscher, die einen vertieften Einblick in dessen Weltsicht gewähren:







Auch krude Verschwörungstheorien, wie die der Erfindung des Klimawandels zu politischen Zwecken lassen sich in seinem Twitteraccount finden.

Mit „Je Suis Pegida!“ drückt er seine Solidarität mit den rechtskonservativen, islamfeindlichen „besorgten Bürger*innen“ aus Dresden aus.

Und wenn er schlussendlich davon redet, dass die „Angst des weißen Mannes“ wehrhaft werden sollte, um den Untergang der Kultur zu verhindern, ist dies, gerade in Zeiten in denen AfD Politiker*innen den Schießbefehl bei illegalen Grenzübertritten fordern und Handgranaten auf Geflüchtetenunterkünfte fliegen, eine gefährliche Befürwortung und Unterstützung der gewalttätigen Übergriffe gegen Geflüchtete, Migrant*innen und politische Aktivist*innen.


Und selbstredend hat sich die AfD auch schon zu den Vorfällen geäußert:

Die Universität Leipzig setzt sich in ihrem Selbstverständnis „die Entwicklung ihrer Studierenden zu kritikfähigen und toleranten Menschen, die in der Lage sind, Initiative zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen“ zum Ziel. Dies bedeutet auch, Lehrkräfte, die Aussagen tätigen – auch wenn sie dies als Privatpersonen tun- , die rassistische, homophobe und menschenfeindliche Hetze verbreiten, dafür zur Rede zu stellen und zu hinterfragen, ob diese in der Lage sind, ihrer Vorbild- und Lehrfunktion weiterhin gerecht zu werden, was nach ausführlicher Beschäftigung mit den hier nur ausschnittsweise wiedergegebenen Äußerungen Rauschers als definitiv nicht gegeben scheint.
Prof. Thomas Rauscher sagte in einem Interview mit dem universitären Radiosender Mephisto, als er Stellung zu den Vorwürfen beziehen sollte, dass er nicht verstehen könne, wie man seine Tweets als rassistisch deuten könne und dass ein Verständnis dieser wohl nur denen möglich sei, die in dieser Thematik gebildet seien.
Desweiteren sieht er Parallelen zwischen der Kolonialisierung Afrikas durch europäische Mächte und den jetzigen Flüchtlingszuwanderungen und bestätigt seine stark kritisierten Aussagen sogar noch und wiederholt seine Ansicht, dass er die Wurzeln europäischer Kultur als gefährdet sehe.
Marcus Adler, Referent des StuRa für Antirassismus, sagt zu den Vorfällen, Rauschers Standpunkt lasse einen „sämtliche humanistische Grundwerte einer
offenen und demokratischen Gesellschaft vermissen“ und „wer auf sozialen Netzwerken im Internet zu Zeiten von vermehrt stattfindenden rassistischen Angriffen auf Geflüchtete, Migrant*innen und Asylunterkünfte in völkischer Manier die Wehrhaftigkeit des „weißen Mannes“ fordert, steht mit den Menschen, die diese Taten vollziehen zumindest ideologisch auf einer Stufe. Dass Prof. Dr. Thomas Rauscher das Amt des „Auslandsbeauftragten“ innerhalb der Juristenfakultät unterhält, ist schlicht zynisch.“
René Engelhorn, Sprecher des FSR Jura und Beisitzer im Fakultätsrat, bezeichnet Rauschers Argumentation als „methodisch schwach“, das „emotionale Level für einen Akademiker als nicht angemessen“ und stellt sich gemeinsam mit dem FSR gegen das von Rauscher vertretene Weltbild.
Auch wenn die Äußerungen vermutlich durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind und deswegen auch die Grenze zur Strafbarkeit nicht überschritten wäre, bedeutet das nicht, dass Menschen wie er ungestört ihre menschenfeindliche Hetze verbreiten dürfen. Diese Äußerungen könnten durchaus Anlass sein, das Verhalten von Prof. Thomas Rauscher disziplinarrechtlich zu würdigen. Er ist als Beamter und zudem als „Lehrender“ einer Universität in besonderer Weise zu Mäßigung und Zurückhaltung verpflichtet. Davon lässt sich nichts bemerken.

Ein Ziel, welches die Universität Leipzig für sich beansprucht und dementsprechend mit sehr hoher Priorität verfolgen sollte ist die Förderung von Toleranz, Gleichstellung unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Orientierung, als auch von Internationalität, Weltoffenheit und Solidarität. Ob dies nur leere Phrasen sind, wird sich zeigen….

In persönlichem Interesse:
Ungeehrter Herr Rasucher,
bitte nicht auf diesen Link klicken!



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